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Massai-Projekt

Hilfe zur Selbsthilfe

Im Rahmen einer jährlichen Spendenaktion, die deutschlandweit in all unseren Märkten durchgeführt wird, verzichtet unser Kooperationspartner Neumarkter Lammsbräu auf einen Teil der Erlöse ausgewählter Produkte. Die Summe fließt zu 100 Prozent als Spende in Projekte der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung.

Im Herbst 2014 haben wir gemeinsam mit der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung und Neumarkter Lammsbräu ein Projekt für die dürregeplagten Massai im kenianischen Olempoor gestartet, um ihnen den Weg in die Selbstversorgung zu ebnen. Olempoor ist eine Massai-Siedlung im Süden Kenias, im Kajiado County. Wenngleich die Temperaturen mit maximal 26 Grad Celsius relativ mild sind, ist das Land sehr karg, denn es mangelt an Wasser. Die Region gilt als Halbwüste. Weit über tausend Menschen leben in und rund um Olempoor. Sie gehören zu den Massaigruppen Iladamat und Purko, die seit vielen Generationen als Viehhirten mit ihren Rindern, Schafen und Ziegen durch das Land ziehen und eine halbnomadische Lebensweise praktizieren. Früher wanderten die Massai in Landstriche, die ihnen auch in den Trockenzeiten noch Nahrung und Wasser für ihre Herden boten. Doch die Suche nach Futter und Wasser ist schwierig geworden. Privatisierung von Land versperrt in Kajiado County zunehmend die Wege zu fruchtbarem Grasland und Wasserquellen. Die Regenzeiten sind unkalkulierbar geworden und aufgrund von Wassermangel sowie anhaltender Dürre sind viele Tiere und zum Teil sogar ganze Herden verendet. In Olempoor sind die nächsten Wasserstellen mindestens fünf Kilometer weit weg: in der Nachbargemeinde Marantawua oder auf der Esambu Kere Ranch. Für die Frauen und Mädchen gehört es zum beschwerlichen Tagwerk, weite Wege zu gehen, um Wasser zu suchen und in das Dorf zu tragen. Für die Dorfbevölkerung von Olempoor ist es unmöglich, unter diesen Bedingungen Landwirtschaft zu betreiben. Hier wächst weder Gemüse noch Getreide, weil es viel zu selten regnet und Wasser zur Bewässerung fehlt. In der Trockenzeit wird es eng an den wenigen Wasserstellen der Nachbarschaft. Mehrere große Herden mit vielen hundert Tieren drängen dann zur Tränke. Wenn zu viele Tiere auf einmal zusammenkommen, wird der Boden regelrecht planiert und die wenigen Pflanzen ausgerissen oder zertrampelt. Außerdem steigt durch den großen Andrang an der Wasserstelle die Gefahr der Übertragung von Krankheiten, wie beispielsweise der Maul- und Klauenseuche.

Aus diesem Grund haben im Jahr 2014 13 Familien aus Olempoor die Initiative ergriffen und mit eigenen Mitteln begonnen, einen Brunnen in der Gemeinde zu errichten. Als die Mittel ausgingen, stellte die kenianische Organisation SACDEP (Sustainable Agriculture Community Development Programme) den Kontakt zu ihrem langjährigen Kooperationspartner, der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung her. Diese brachte schließlich die basic AG an Bord, die seitdem gemeinsam mit Neumarkter Lammsbräu mehrere Spendenaktionen für die Finanzierung des Wasserprojektes durchführte. SACDEP begleitet das Projekt vor Ort, stellt die Expertise für das Vorhaben und führt Trainings zum Quellenschutz und im Sammeln und Speichern von Wasser durch. Wasser bedeutet auch, eine Möglichkeit zu schaffen, die Ernährungslage insgesamt zu verbessern. Deshalb organisiert SACDEP darüber hinaus Schulungen, um der Dorfbevölkerung Techniken organischen Landbaus, zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und zum Erhalt der Biodiversität zu vermitteln.

Viel ist seitdem geschehen: Ende des Jahres 2015 begannen die Bohrungen für den Brunnen. Zwei Wochen später wurde das erste Mal Wasser aus 200 Metern Tiefe getestet: Es war reines Trinkwasser! Schritt für Schritt begannen daraufhin die Arbeiten zur Befestigung des Bohrlochs, die Installation einer Pumpe und der Bau eines Pumpenhauses. Um die Wasserausgabe nicht auf einen Ort zu konzentrieren, wurden insgesamt drei Wasserstellen mit Wasserkiosk und Viehtränke an strategischen Plätzen errichtet. Bis 2017 verlegte die Gemeinde die Leitungen zur ersten Wasserstelle, 15 Meter vom Bohrloch entfernt. Was noch fehlte, waren ein Generator und die Erschließung der anderen beiden Wasserstellen durch Rohrleitungen.

Im Jahr 2017 nahm das Tempo der Umsetzung des Wasserprojektes dann deutlich ab. Nach zwei ausgefallenen Regenzeiten war die Situation in Olempoor sehr angespannt. Die basic AG entschied aufgrund der schwierigen Situation, zusammen mit Neumarkter Lammsbräu und der GLS Zukunftsstiftung Entwicklung, den Generator zu finanzieren. Somit verfügten die Menschen von Olempoor in der Dürrezeit direkt am Bohrloch über einen funktionierenden Wasserkiosk und eine Tränke. Die Erleichterung für die Gemeinde, besonders für Frauen und Kinder, war enorm. Die Wasserversorgung der nach der Dürre verbleibenden Rinder sowie die der 5.200 Schafe und Ziegen und 200 Esel der 225 Familien war gesichert. Um die Wasserstelle entstand zudem der allererste Gemüsegarten der Gemeinde, der zukünftig als Beispiel für Selbstversorgung dienen soll. Dennoch fehlten immer noch die Kanäle und Zuleitungen zu den zwei anderen Wasserstellen.

Aus der Spendensumme der Aktion 2018 können diese nun finanziert werden. Rund vier Kilometer Wasserleitungen werden bis zum Herbst 2018 verlegt, um die Wasserverteilung zu optimieren. Das Wasserprojekt Olempoor wird damit erfolgreich abgeschlossen.

 





 

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