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Studiendesign

Erhebung der Luftbelastung durch Glyphosat
mittels Analyse von Baumrinde


Für Pflanzenvernichtungsmittel liegen derzeit in Deutschland keine flächendeckenden Immissionserhebungen vor, daher sind keine Aussagen zur statistischen Verteilung von Ackergiften in der Luft möglich. Erste Hinweise auf eine räumliche Verbreitung von Pestiziden in der Luft gewannen Wissenschaftler 2014/2015 im Rahmen eines Pilotprojekts in Brandenburg – hierbei wurden durch die Analyse von Baumrinde mehrere Ackergifte nachgewiesen. Ökotoxikologen stellten dort eine weiträumige Verteilung zweier Herbizide in der Luft fest.


Analyse von Baumrinde

Die äußere Rinde von Bäumen eignet sich besonders gut für die Messung von Pestiziden in der Luft, da sie über längere Zeit Schadstoffen ausgesetzt ist und diese wie ein Aktivkohlefilter sammelt. Durch die Analyse von Baumrinde lässt sich die Luftbelastung mit Pestiziden von mehreren Monaten bis hin zu Jahren erfassen – mit nur einer Probennahme.
Die Analyse von Umweltschadstoffen mittels Rinde bietet zahlreiche Vorteile: Zum einen lässt sich damit eine sehr umfangreiche Anzahl an Schadstoffen nachweisen. Zum anderen kann sie räumlich flexibel durchgeführt werden, praktisch überall dort, wo geeignete Bäume vorkommen. Wissenschaftler entwickelten die Methode in den 1990er-Jahren. In den vergangenen Jahren wurde sie mehrfach erfolgreich angewendet.


Untersuchungsrahmen: Luftbelastung mit Glyphosat

Ziel der Untersuchung im Auftrag von basic ist eine erste Abschätzung des räumlichen Verbreitungspotenzials von Glyphosat und seinem Abbauprodukt AMPA sowie von ca. 500 weiteren Pestizidwirkstoffen über die Luft. Hierzu wird die Luftbelastung mit Hilfe der Analyse von Baumrinde an verschiedenen Standorten in Deutschland ermittelt. Bereits im November 2017 werden die ersten Befunde der Studie vorliegen.

Zusätzlich zu den üblicherweise getesteten Wirkstoffen wird auch ein neues Herbizid namens „Arylex“ untersucht, das sich in Deutschland noch im Zulassungsverfahren befindet und als mögliches, künftiges Ersatzprodukt für Glyphosat gehandelt wird. Ein weiterer Forschungsaspekt betrifft Beistoffe: Pestizide wie Glyphosat werden mit weiteren Substanzen auf Felder ausgebracht, um die Wirkung der Pflanzenvernichtungsmittel zu verstärken. Diese Begleitstoffe, wie z. B. Netzmittel, sind selbst häufig hochgiftig. Deswegen wird die vorliegende Untersuchung auch die Belastung durch diese Zusatzstoffe einbeziehen. Als ein wesentlicher Kritikpunkt bei der Bewertung von Glyphosat im EU-Zulassungsverfahren gilt der Umstand, dass Glyphosat hier vor allem als Einzelsubstanz betrachtet und bewertet wird. Befunde zur Kombination mit Begleitstoffen in Pestizidprodukten werden ignoriert. Zu den Auswirkungen dieser Begleitstoffe selbst und ihrer Immissionsbelastung gibt es derzeit noch keine publizierten Studien.
Diese Fragen wird die Untersuchung im Auftrag der basic AG zu beantworten helfen.


Glyphosat-Aufnahme über die Luft

Menschen können Glyphosat über Nahrung, Wasser und die Luft aufnehmen. In mehreren Studien stellten Forscher eine breite Belastung der Bevölkerung mit Glyphosat fest, u.a. in Urin- und Blutproben. 2015 unterstützte basic als Partner der Kampagne „Ackergifte? Nein danke!“ die Urinale-Studie, die weltweit größte Datensammlung zur Glyphosatbelastung der Bevölkerung.
Obwohl Glyphosat seit vielen Jahren eingesetzt wird und zu den häufigsten Pflanzenvernichtungsmitteln in der Landwirtschaft gehört, erfolgte in der EU keine kritische Überprüfung des Verbreitungswegs unter realistischen Anbaubedingungen. Zudem ist Glyphosat kein Bestandteil der regulären Immissionsüberwachung in Deutschland, sodass es derzeit für Deutschland keine aussagekräftigen Daten zur Belastung der Luft gibt.