Der Dreiklang der Biodiversität

Wir befinden uns aktuell im sechsten Massenaussterben. Über 70% der Lebensräume in Deutschland sind als gefährdet eingestuft und 41% der einheimischen Tierarten sind bedroht oder extrem selten. Doch wie ist es so weit gekommen? Was hat Biodiversität damit zu tun und inwiefern haben wir Menschen daran Schuld?

Biodiversität umfasst drei Bereiche: Die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten und die genetische Vielfalt innerhalb der Arten.

Ein Ökosystem stellt das Zusammenspiel zwischen einem Lebensraum und dessen tierischen und pflanzlichen Bewohnern dar. Dabei sind alle Bewohner eines Ökosystems voneinander abhängig, sodass die Veränderung eines kleinen Bestandteils zur Veränderung des gesamten Ökosystems führt. Bei Störung eines Ökosystems werden Lebensräume belastet und somit das Leben der dort hausenden Bewohner.

Die Artenvielfalt wird definiert als die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines geographischen Gebietes. Weltweit sind ein Drittel der bekannten Tiere und Pflanzen gefährdet und stehen auf der roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN). In Deutschland sind es sogar 35% - die höchsten Gefährdungsraten in Europa. Grund hierfür ist die extreme kulturelle und technologische Überformung der Landwirtschaft in Deutschland. Man findet kaum noch reichhaltiges Naturerbe.

Der letzte entscheidende Faktor ist die Vielzahl der Gene mit den Trägern der Erbinformation, also der DNA. Hierdurch wird zum Beispiel die Farbe einer Blüte bestimmt. Umso variantenreicher die Gene sind, desto unterschiedlicher sind die Ausprägungen eines Merkmals. Aber die genetische Vielfalt führt nicht nur zu verschiedenen Erscheinungsbildern der Lebewesen, sondern gibt den Tieren und Pflanzen die enorm wichtige Aufgabe sich an verändernde Umweltbedingungen anzupassen.

Nun wissen wir, welche Aspekte alle in die Biodiversität mit hineinspielen. Aber kann es uns nicht eigentlich egal sein, ob es 16.000 oder 45.000 Tierarten in Deutschland gibt? Nein, das kann es definitiv nicht.

Ökosysteme sind Dienstleister für uns und unsere Umwelt.

Das beste Beispiel sind Insekten: Ihre Bestäubungsarbeit hat einen weltweiten Marktwert von einer Billion Dollar, in Deutschland sind es 3,8 Milliarden Euro. Das Problem: Die Biomasse an Fluginsekten in Deutschland ist seit 1989 um mehr als 75% zurückgegangen. Und mit immer weniger Insekten, werden weniger Pflanzen bestäubt und so tragen immer weniger Pflanzen Früchte. Am Ende der Nahrungskette stehen wir Menschen und uns stehen weniger Lebensmittel zur Verfügung. Die Weltbevölkerung wächst stetig und wenn wir so weiter handeln, wird sich in Zukunft eine Lebensmittelknappheit einstellen wird.

Insgesamt ist einfach alles von allem abhängig, die Ökosysteme voneinander, die Tiere und Pflanzen von den Ökosystemen und andersherum. Und nicht zu vergessen: Wir Menschen sind auch abhängig von den Ökosystemen und den darin hausenden Lebewesen. Sie sichern unsere Ernährung, unsere Zukunft und wir – wir gehen so rücksichtslos mit diesem wertvollen Dienstleister um, als sei uns egal, wenn wir 2050 nicht mehr genug Nahrung für alle haben.

Apropos Zukunft - eine hohe Biodiversität bremst die Klimaerwärmung, also noch ein weiterer Aspekt, in dem uns Ökosysteme, Pflanzen und Tiere Dienste leisten. Außerdem können artenreiche Wälder doppelt so viel Kohlenstoff binden wie Monokulturen und somit dafür sorgen, dass sich weniger Schadstoffe in unserer Luft befinden.

Auch die Pflanzen im Boden werden durch eine hohe Biodiversität widerstandsfähiger und durch eine hohe genetische Vielfalt müssen weniger Pestizide und Dünger eingesetzt werden.  Durch den Anbau von Monokulturen wird genau diese Biodiversität gefährdet und die Pflanzen produzieren nur noch wenige natürliche Abwehrstoffe.

Der Klimawandel hängt eng mit der Biodiversität zusammen. Einerseits ist der Schwund der Biodiversität durch den Klimawandel verursacht, da Lebensräume von vielen Tieren zerstört werden, andererseits verschlimmert der Schwund der Biodiversität den Klimawandel – ein Teufelskreis.

klimawandel

Wir müssen die Biodiversität bewahren und schnellstmöglich etwas gegen diesen enormen Schwund der Arten in unseren Ökosystemen tun, für die Sicherung unserer Ernährung, unserer Umwelt und unserer Zukunft. Doch was können wir tun?

Eigentlich ist es gar nicht so schwer. Wir müssen eine Sache dringend ändern – unser Konsumverhalten. Wir sollten…

…mehr ökologische Lebensmittel konsumieren, damit die Umwelt mit weniger Pestiziden belastet wird.

…mehr saisonale und regionale Lebensmittel essen, damit die Transportwege möglich kurz sind und wir die heimische Landwirtschaft fördern.

…weniger Fleisch konsumieren, da für den Futteranbau tropische Regenwälder abgeholzt werden.

…weniger gefährdete Fischarten wie Kabeljau oder Alaska Seelachs kaufen, da wir somit zur Ausrottung der Biodiversität in den Ozeanen beitragen.

…uns im Gemüse- oder Obstanbau selbst probieren, egal ob im Garten oder Balkon, nichts schmeckt besser als selbst gezüchtete Lebensmittel.

…Lebensraum für Vögel schaffen, indem wir ihnen in unserem Garten Nist- und Versteckmöglichkeiten schaffen.

…Nahrung für Bienen, Schmetterlinge und Hummeln schaffen, indem wir blühende Pflanzen auf unserem Balkon oder im Garten anpflanzen.

Es ist an der Zeit – jeder einzelne von uns kann durch kleine Taten die Welt ein Stückchen besser machen und unsere Zukunft enkeltauglich gestalten.

basic AG

basic AG Lebensmittelhandel
Streitfeldstraße 17-19
D-81673 München
Tel.: 089 / 3 06 68 96 – 0
Fax: 089 / 3 06 68 96 – 690

Social Media


© All rights reserved. © basic AG