Warum Food Waste unsere Umwelt zerstört

Ein Drittel aller Lebensmittel werden verschwendet – sie werden entweder gar nicht erst geerntet oder später in den Müll geworfen. Von diesen jährlich entsorgten 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmitteln könnten zwei Milliarden Menschen satt werden.

Das ist absurd, wenn man bedenkt, dass weltweit fast 800 Millionen Menschen auf der Welt Hunger leiden müssen. Woran liegt es also, dass wir den Hunger der leidenden Menschen nicht stillen können? Und was können Politik und Verbraucher dagegen tun?

Die Lebensmittelverschwendung beginnt bereits am Anfang der Wertschöpfungskette. Im globalen Süden treten 40% der Verluste während der Verarbeitung und Ernte von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf. Gründe hierfür sind unzureichende Technologie und Lager- und Kühlanlagen sowie fehlender Marktzugang und Transportinfrastruktur. Außerdem entsprechen Obst und Gemüse mit optischen Mängeln wie Druckstellen den hohen Anforderungen der Importländer des globalen Nordens nicht.

Luis Garibaldi, der größte Mandarinenproduzent in Peru, äußerte in einem Interview mit National Geographic, dass er nur 70% der produzierten Früchte nach Europa und Nordamerika exportiert. Alle anderen Früchte entsprechen nicht den Standards der Großhändler – die Mandarinen haben nicht die richtige Größe, Süße oder Farbe, haben Schönheitsfehler wie Kratzer und Sonnenschäden oder sind von Pilzen und Spinnen befallen.

Am Ende der Wertschöpfungskette stehen die eher wohlhabenderen Verbraucher, die wählerischer und verschwenderischer mit Lebensmitteln umgehen. So entstehen 40% der Verluste durch die verwöhnten Konsumenten im globalen Norden.

Problem des hohen Lebensmittelverlustes ist nicht nur, dass so Lebensmittel einfach weggeworfen werden, obwohl in anderen Teilen der Welt noch Bedarf besteht, sondern dass die Umwelt enormen Schaden davonträgt.

Lebensmittelsysteme verbrauchen circa 30% der global verfügbaren Energie. Durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen und die Rodung der Wälder, um Platz für landwirtschaftliche Flächen zu schaffen, wird immer mehr CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Diese Freisetzung von Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickstoffdioxid bei der Herstellung von Lebensmitteln trägt enorm zum Klimawandel bei. Insgesamt werden 38% der Energie für die Herstellung von Lebensmitteln letzten Endes verschwendet.

Problematisch ist auch der hohe Wasserverbrauch, der bei der Herstellung von Lebensmitteln anfällt. Laut dem WWF fließen jährlich 250 Billionen Liter Wasser in Lebensmittel, die am Ende im Müll landen – obwohl die Ressource Wasser weltweit knapp ist. Wenn Sie einen Hamburger wegwerfen, entspricht dies der verschwendeten Wassermenge einer 90-minütigen Dusche.

Um der Verschwendung von Lebensmitteln, Wasser und fossilen Brennstoffen entgegenzuwirken müssen Verbraucher und Politik reagieren.

Die Vereinten Nationen setzen sich mit den nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) mit dem Ziel Nummer 12 für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster ein. Genauso will die deutsche Bundesregierung dafür sorgen, dass die Lebensmittelabfälle pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucher Ebene bis zum Jahr 2030 halbiert werden.

Auch als Konsumenten können wir in unseren Haushalten etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun: Zum Beispiel müssen wir Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, nicht sofort wegwerfen. Denn die Lebensmittel sind oft länger gut, schließlich heißt es mindestens haltbar bis zu einem bestimmten Datum. Durch optische Kontrollen nach Schimmel oder sensorische Überprüfungen nach unangenehmen Gerüchen, kann man schnell selbst feststellen, ob ein Lebensmittel noch gut ist.

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Außerdem können wir als Verbraucher auch gegen die Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie und im Handel kämpfen. Mit der App Too Good To Go kann jede: r Lebensmittel vor der Tonne retten – für einen vergünstigten Preis. So haben alle Kunden in unseren basic Märkten die Möglichkeit über die Smartphone App übriggebliebene Bio-Backwaren oder optisch nicht perfektes Bio-Obst und -Gemüse gegen einen geringen Preis abzuholen. Insgesamt haben wir damit bereits 100.000 Überraschungstüten vor der Tonne gerettet!

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