Warum sind Bio-Produkte meistens etwas teurer?

Die Vielzahl an Menschen, die in der Landwirtschaft, in der Verarbeitung, bei den Kontrollstellen und im Handel für Bio-Produkte arbeiten, und die strengen Auflagen, die es ermöglichen, hochwertige und gesunde Lebensmittel zu produzieren, machen sich beim Preis bemerkbar. Für die Bio-Bauern gilt das Prinzip Klasse statt Masse: Eine meist geringere Anzahl von Tieren, längere Mastperioden, die Einhaltung von Fruchtfolgen, kein Einsatz von Wachstumsbeschleunigern, mechanische Unkrautbekämpfung – das bedeutet einen höheren Produktionsaufwand bei gleichzeitig geringeren Erträgen. Auch die Kosten für Futtermittel, das Saatgut, die Öko-Kontrollen und vieles mehr schlagen sich beim Preis nieder.

Qualität braucht Zeit: Die Verarbeitung von Bio-Produkten ist – nicht nur bei handwerklichen Produkten – meist aufwändiger. Im konventionellen Bereich lassen sich durch Zusatzstoffe viele Produktionsprozesse wirtschaftlicher gestalten. Doch diese sind für die ökologische Verarbeitung größtenteils verboten. Statt künstlicher Aromen müssen z. B. natürliche, kostenintensivere Zutaten aus biologischer Erzeugung verwendet werden. Was Lebensmittel tatsächlich kosten: Bei dem Preisvergleich mit preisgünstigeren Lebensmitteln müssen u. a. auch die Kosten mit einbezogen werden, die nicht auf dem Kassenzettel stehen: Ökologische Folgekosten der intensiven Landwirtschaft, die durch den Öko-Landbau gar nicht erst anfallen – z.B. die Verunreinigung des Trinkwassers – bezahlen die Verbraucher an anderer Stelle. Konventionelle Lebensmittel sind heutzutage so billig wie noch nie. Die Bundesbürger haben noch nie so wenig Geld für Lebensmittel ausgegeben wie heute: Nur 14 % des monatlichen Einkommens eines Haushalts fließen in den Einkauf von Lebensmitteln. Anfang der 60er-Jahre waren es dagegen noch 37 %. Während sich die Ausgaben für die Ernährung seitdem mehr als halbiert haben, ist das durchschnittliche Einkommen in den letzten 40 Jahren auf das Sechsfache gestiegen.